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Das obige Bild zeigt Freiburghaus von Süden her. Wenn Sie auf die nachstehende Adresse klicken, können Sie das Bild als grosses Panorama ansehen. Links mit dem grünen Traktor davor das "Usserhus". Mittig mit dem Baumgarten das "Underhus" und dem Stöckli von 1756. Ganz rechts das "Oberhus" mit dem tiefen Dachschild. Die anderen Bauernhäuser sind etwa 150 jahre alt, Bauherren sind die Weybel, Herren und Thommet.

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Die Ostseite vom "Usserhus", etwa 260 jährig. Ursprünglich Hochstud Bauweise in burgundischem Stil , das grösste Bauerhaus in Freiburghaus. Quergang mit ursprünglich mittiger Rauchküche, gleich wie das unten beschriebene ältere "Oberhus".


Süd Ost Ansicht vom "Usserhus" um 1924 noch mit Schindeln. Typisch für den burgundischen Baustil ist die direkte frontseitige Haustür zur (Rauch)Küche, hier mit Treppe deutlich zu sehen.

Das "Underhus". Erbaut 1739 von Barbara Flühmann, der Witwe des Hans Thommet. Burgundischer Baustil mit Hochstud, um 1921 noch mit Schindeln gedeckt.

"Underhus" um 1924. Die unter der First stehenden Stützbalken (Hochstud) standen der Zeitgemässen Nutzung des Dachraumes im Wege. Deshalb wurde bei den alten Bauernhäusern der gesamte Dachstuhl durch eine stützenfeie Konstruktion ersetzt, die auch das schwere Ziegeldach tragen konnte.

Aktuelle Ansicht des "Underhus". Um die Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der neue Dachstuhl mit Ründi aufgebaut.


Thommet und Underhus
Die 324 jährige Geschichte der Thomet in Freiburghaus beginnt am 16. August 1676 im Underhus: der 22 jährige Bendicht Domet von der Nessleren und die 20 jährige Madlen Fryburghus vom Underhus heiraten (Einheirat). Sie setzten eine längere Tradition fort, welche die Familienbande der Underhus Fryburghus mit den Nessleren Domet eng verband (Heiraten hin und her). Das jetzige Bauernhaus und das Stöckli sind der Thomets Werke, für die damalige Zeit grosse Leistungen, nur begüterte Leute konnten sich ein derartiges Stöckli leisten. Es existiert auch noch ein schöner Speicher vom Jahr 1746, der dazugehörig war, er  kann in Reichenbach im Kandertal besichtig werden, steht hinter dem Bären und trägt die Inschrift H+T+1746+M+B+W (Hans+Thommen+1746+Magdalen+Bendich+Weybel). Hans Thommen starb 1749 als Statthalter 35 jährig, er war der Sohn von Hans Thommen und Barbara Flühmann. 100 Jahre lang wohnten Thommets im Underhus, bis Bendichts Urenkelin Barbara den Bendicht Weybel von Köniz ehelichte. Diese Barbara hatte einen Bruder, den ledig gebliebenen Bendicht. Dieser Benz vermachte nach seinem Ableben der Gemeinde ein Legat von Fr. 40 000. Um dieses Geld entbrannte eine Kontroverse: die alteingesessenen Familien von Neuenegg  scheiterten vor Gericht, mit diesem Geld, an der allgemeinen Bevölkerung vorbei, zu ihren Gunsten eine Burgergemeinde zu gründen.

Ein Neffe des Statthalters, der Adam, gelangte in den Besitz des Oberhus (wann und wie ist noch unklar). Nach Adams Tod teilten seine Söhne Niklaus, Christian und Samuel 1834 dieses 26 ha Heimwesen in drei kleinere. Christian baute das oberste, Samuel das drittoberste  Bauerhaus dazu. Für Interessierte kann ich Informationen zu den Nachfahren oder Nachfolgern der drei Brüder liefern.

Um den Samuel, der Tierarzt war, erzählten die Leute noch eine makabere Geschichte: er habe in der Sandsteinhöhle über der Ramseren ein Pferd irgendwie in einem Versuch verhungern lassen. Er selber sei dann 53 jährig wegen Krankheit ebenfalls verhungert!


Bildausschnitt vom Stöckli des "Underhus". Baujahr 1756. Bauherr ist möglicherweise der 40 jährige Bendicht Thommen, der Sohn von Hans und Barbara Thommet Flühmann. Die Bauweise zeugt von begüterten Leuten, Bendichts Bruder Hans starb 1749 als Statthalter, dessen Sohn Bendicht vermachte später der Gemeinde ein Legat von Fr. 40'000. Die alteingesessenen Leute scheiterten vor Gericht, mit diesem Geld eine Burgergemeinde zu gründen.

Mit dem damals üblichen Getreidebau war offenbar ein Gewinn möglich. Einerseits mochten günstiges Wetter und die Betriebsfläche von 30ha, andererseits die günstige Rekrutierung von Erntehelfern aus dem Schwarzenburgerland zum Erfolg beigetragen haben. Nicht zuletzt waren talentierte und tüchtige Betriebsleiterfamilien erforderlich. Und die verhinderte Realteilung bis ins 19.Jh. durch die Obrigkeit, sie setzte damals mit Erfolg auf ökonomische Effizienz ihrer Lehenbauern.

Das jetzige "Oberhus", gebaut um 1760, stützenfreier Dachstuhl, noch weitgehend original, Bauherren noch unbekannt und steht an gleicher Stelle wie das Haus des Hans Fryburgs Hus um 1500. Im jetzigen Haus wurde noch gewirtet, am Tennstor sind 2 Bären schwach erkennbar. Nach dem Aquarell von Samuel Bodmer, stand da um 1710 ein anderes Haus mit Front gegen Westen. Dieses Haus stand an Stelle des heutigen Stöckli. Der ungewöhnliche südliche Kellereingang stammt noch vom alten Haus. Ausserdem steht da noch das Ofenhaus von 1756 quer in der Landschaft, passt irgendwie nicht ganz vor das heutige "Oberhus". Der Ofen ist noch erhalten, aber nicht mehr brauchbar. Wurde ein Neubau nötig, hat man neben dem alten Haus neu gebaut und Brauchbares wiederverwendet, am jetzigen "Oberhus" hat es gebrauchte Balken und am Ofenhaus Mauersteine an der Aussenseite mit Hitzespuren! Kürzlich kamen bei Grabarbeiten im "Oberhus" Brandreste zum Vorschein, diese stammen von einem Hausbrand, der 1514 passiert sein könnte (siehe "die Familie 1560"/Hans von Fryburgs Hus, 1.G) 

Das "Oberhus" um 1928, zu sehen sind die Geschwister Krähenbühl mit Hans, Anna und Martha. Rechts das Stöckli, am Platz des älteren "Oberhus", dessen Existenz in der Zeit von etwa 1514 bis 1840 vermutet werden kann. Von diesem älteren Haus sind kürzlich bei Gartenarbeiten vor dem Stöckli Reste von Butzenscheiben gefunden worden, wie sie im spät Mittelalter als Fensterglas verwendet worden sind. Auf dem nachfolgenden Bild von Albert Anker ist ein Butzenglasfenster zu sehen.  

Mutmassliche Seitenansicht des älteren "Oberhus" aus südöstlicher Richtung. Ständerbau mit Hochstud, zwei geschossiger Wohnteil mit Quergang. Die Rauchküche längsachsig in der Mitte. Pro Etage 4 Stuben seitlich, 8 Stuben insgesamt. Rechts das geöffnete Tor zum Dreschtenn. Der Stall war ganz rechts. Zeichnung von G. Rechsteiner, eines Bauerhauses von 1538 in Melchnau. Nach W. Bieri der Urtyp des berner Bauernhauses mit burgundischem Einfluss. Der Kartograf Samuel Bodmer sah 1710 in Freiburghaus ein solches Haus, er zeichnete deutlich die hochgezogene seitliche Traufe, die zur Einfahrt ins Tenn nötig war (siehe Home). Grösse des Hauses etwa 12 m breit, 23 m lang und gut 10 m hoch. Aelteres und neues "Oberhus" standen etwa 80 Jahre nebeneinander bis zur Dreiteilung des Hofes 1834. Um 1840 Abbruch des älteren "Oberhus" und Neubau des Stöckli. Der südliche Kellereingang blieb erhalten (wie im Bild). Besonderheit: Der Dachstuhl scheint mit zähem Dählenholz gefertigt gewesen zu sein, das beim Einfahrthäuschen des neuen Oberhus eingebaut wurde, des Beweis steht noch aus.


Grundriss des obigen Hauses. Kachelöfen, von der Rauchküche her beheizt, sorgten für wohlige wärme in den angrenzenden Stuben. Der Rauch zog durch eine Deckenöffnung unters Dach, wo er den Dachstuhl trocknete und konservierte. Einen Kamin hatte es nicht.

Wie Albert Anker das Bauernleben sah. Auch ein Abbild der Geschlechterrollen, während der Bub am sinnieren ist, macht sich das Mädchen mit Hühnerfüttern nützlich. Auf einem anderen Bild von Anker stricken oder spinnen die weiblichen Familienmitglieder abends in der Stube, währen der Vater mit (vor)lesen beschäftigt ist.                     


Familie Gottlieb und Maria Thomet in Arbeitskleidung im November 1921 vor dem obersten Haus.

In diesen Jahren kam der ersten Fotograf vorbei, der sein Brot mit dieser neuen Dienstleistung verdiente. Diese wertvollen Zeitzeugen sind alle ähnlich Inszeniert.

                    
Familie Rudolf und Lina Egli-Balmer, Schwiegertochter Frieda mit Enkelin Alice (meine Mutter) und Sohn Alfred mit Diensten (vlnr). 1921
 


Obige Familie bei der Getreideernte. Links Mein Grossvater mit seinem "Eidgenoss". Am Zweispänner der damals noch übliche Leiterwagen. Der grosse Hofhund zog 2x Täglich den Milchkarren in die Käserei, was diese guten Hunde meistens sehr gerne verrichteten, hier betreut von seinem Freund, dem Käserei- und Hüterbub (wahrscheinlich ein Verdingkind). Um 1930
Gleiche Familie auf dem gleichen Feld bei der Kartoffelernte 1939. Es muss kurz vor der Mobilmachung gewesen sein, nachher hätten Männer und Pferde gefehlt. Möglicherweise hatten sie die Herbstarbeiten wegen der drohenden Kriegsgefahr früher als sonst in Angriff genommen.