Bramberg Kelten

Rekonstruktionsgemälde einer unbefestigten spätkeltischen Siedlung mit zahlreichen Bauten aus Holz um 100 v.Chr. Angefertigt auf Grund von Ausgrabungen auf dem Basel Novartis Campus.
Aehnlich könnte es auf dem Bramberg ausgesehen haben. Zu sehen sind auch kreisrunde Gruben, deren Verwendung unklar ist. Etwa gleich grosse Tiefungen sind auf dem nahen Forstareal zu finden. Die Gruben könnten mit Lebensmittel Aufbewahrung oder Wasser Zysternen in Verbindung stehen. Auch Sod Brunnen sind denkbar.
Auf dieser Seite versuche ich in einem ersten Abschnitt, die zahlreichen Jahrtausende alten menschengemachten Veränderungen der Bramberg, Nessleren und Brüggelbach Landschaft darzustellen, wie sie von den Ackerbauer Vorfahren geschaffen und hinterlassen worden sind. Im zweiten Abschnitt schildere ich die besondere Geschichte des bernburgerlichen Forstes und der Brambergallmend.

Wer zwischen Bramberg und dem Willaringgraben der Forstgrenze folgt, der findet steile Waldränder die ziemlich gerade verlaufen und ohne ersichtlichen Grund 1-2 m steil abfallen, während oberhalb der Wald und unterhalb der Acker flach verläuft. Als ich die Texte des Emanuel Lüthi (1843-1923) von Neuenegg gelesen hatte, überzeugte mich zunächst seine Argumentationen, dass alemannische Wehrschanzen die Ursache sein könnten. Die grossen Wälle, von denen einer im Herrenholz quer durch den Wald verläuft, gleichen frappant denjenigen des keltischen Oppidum auf dem Mont Vully. Für eine Festung oder Aehnliches  fehlen aber rundlaufende zusammenhängenden Strukturen, die eine solche Idee stützen könnten. Zusätzlich sind noch zahlreiche kleinere, ebenfalls im Wald, den Höhenlinien folgende unnatürlich Hangkanten und Strukturen auszumachen die mit grosser Sicherheit einem früherem Ackerbau geschuldet sind. Wer diese Pflüger gewesen sein sollen, lässt sich allein damit nicht erklären. Naheliegend ist aber ziemlich sicher, dass es die Kelten waren, die im nahen Forst ihre Gräber hinterlassen haben.






Kleintierpferche im Forst?
In nächster Nähe zum Gäbelbach deuten die Lidarbilder zwei einstige Kleintierpferche an. Ringsum sind kleine Wälle zu sehen, die einen Zaun andeuten. Grösse der Vierecke etwa 25x25 m.
(Eingekringelte Strukturen unteres Bild)
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Abgelagert - Kolluvien als Anzeiger für Ackerbau
Kolluvien sind Böden, die sich aus umgelagertem Bodenmaterial aufbauen. Solche Materialverlagerungen ereignen sich an Hängen, wenn die schützende Vegetationsdecke des Bodens durch menschliche Eingriffe, z.B. durch Rodungen und anschliessende ackerbauliche Nutzungen, verändert oder zerstört worden ist. Ohne das Wurzelwerk der Pflanzendecke werden durch Niederschläge, Nager und Pflug Bodenpartikel zum Unterhang verfrachtet. Entweder in eine Senke, wie auf der Grafik dargestellt oder wie vorliegend an den Hängen des Bramberg bei einer Hecke oder Lebhag, wird der Verlagerungsprozess gestoppt und Sediment angereichert. Es entsteht eine Terrasse.
Auf diese Weise lassen sich die zahlreichen Wälle erklären, die in den obgenannten Wäldern und darüber hinaus zu finden sind.

Grafik und Textauszüge aus "4000 Jahre Pfahlbauten von Thorbecke" und Richard Vogt.
Kolluvium an der Brüggelbachstrasse
Ein mächtiges Kolluvium hat sich oberhalb Brüggelbach am Fuss des Feldhubel gebildet (roter Punkt unteres Bild). Die Kumulierung über dem Urwald- oder Primärwaldboden misst gut 1.2 m. Abgelegte Feldsteine markieren das ehemalige Bord eines Lebhages.
Auf dem unteren Lidar Bild sehen Sie den Verlauf des ehemaligen Lebhag von der Dälewid bei A, dem Feldacher entlang B, der Brüggelbachstrasse folgend C, bis er bei D am Graben des ehemalige Brüggelbach endet. Ein durchgehender Wall ist im Gelände erkennbar.
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Die Terrasse im oberen Schleipfenwäldchen und der steile Abhang bis zur angrenzenden Wiese. In diesem Waldstück fand ich Steine mit Pflugspuren
Der mächtigee 200 m lange und gut 2 m hohe Wall im Herrenholz oberhalb der Schiessanlage Bramberg. Oberhalb und unterhalb ist das Gelände terrassiert, der Urwaldboden verläuft 1.5m unterhalb der Oberkante. Auf dem ganzen Hügel des Herrenholz: Steine mit Pflugspuren. Ausnahme: Parzelle 36 der Burgergemeinde Bern, die bewohnt gewesen sein könnte.
Lidar Bildausschnitt des Nesslerenholz: Parallele Wälle und Furchen, die von früherem Ackerbau stammen müssen.
Bild vom Südrand des Nesslerenholz. 
























Lesefunde als Zeugen früherer Pflugarbeit: Steine mit rostenden Pflugkratzern
Ackerbau mit Eisenwerkzeugen wie Pflug oder Egge, hinterlässt früher wie heute an Steinen rostige Kratzer, die Sie, wenn Sie daraf achten, an Feldsteinen gut erkennen können.

Bild: rostige Kratzer und Eisenklumpen auf einem ehemaligen Feldstein. Verursacht mit eisenbeschlagenem Pflug. Die Klumpen deuten Eisen mit geringer Härte an.
Fundort: Nesslerenholz

Heutige harte Feldwerkzeuge hinterlassen zwar Rostspuren, aber keine Klumpen.


Diese verkratzten Steinzeugen fand ich in Wurzeltellern von Baumstrünken, die vom Sturm Lothar aus der Erde gerissen (1999) und seither erodieren. Diese Kratzer überdauern ohne weiteres Jahrhunderte und sind ein Beweis, dass dort früher einmal gepflügt worden ist. Auch im heutigen Wald. Insofern die Steine 20-30cm tief unter der Oberfläche gelegen sind und dort überdauert haben, können sie als Beleg gelten.

Darstellung eines Eisenbeschlagenen Hakenpfluges mit einer einfachen hölzernen Riester zum wenden des abgeschnittenen Erdbalkens. Solche oder ähnliche Pflüge hatten die keltischen Ackerbauern eingesetzt.











Uebersichtkarte des westlichen Forstes und des Gebiets um Bramberg
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Zeugen früher Pflugarbeit durch (romanisierte) Kelten und ihrer Nachfahren
Eingekringelt das Nesslerenholz mit der Hinterlassenschaft von deutlichen Kolluvien und stark zerkratzten Steinen. 
Die aufgefundenen Steinzeugen deuten eine je nach Gebiet unterschiedliche intensive Bearbeitung an. Einerseits kann eine lange und intensive Nutzung  an den Steinen und Kolluvien im Nesslerenholz, im Brambergvorland bis nach Laupen und zu den Senseabhängen abgelesen werden. Andererseits sind in den Waldgebieten des Forst westlich der Heitere die Pflugkratzer sehr fein und spärlich vorhanden, die eine kürzere Nutzungsdauer andeuten.
Pfeile deuten die maximale Ausdehnung der damaligen bearbeiteten Flächen an, die im heutigen Wald auf den Lidar-Bildern, wie auch durch Steinfunde mit Pflugkratzern einen Ackerbau bezeugen können.

Gleiche Befunde sind auch im Spilwald bei Frauenkappelen erhalten, wo sich auch ein römischer Gutshof befand. Darüber am Hang ein mächtiges Kolluvium und Steine mit Pflugkratzern. Selbst im Röseliwald bei Kriechenwil sind Kolluvien auszumachen. Hatten denn diese Römer alles unter dem Pflug? Es scheint so.

Unterschiedlich intensive Landwirtschaft korreliert immer mit der Anzahl von Bewohnern. Vorliegend scheint es eine Zeitspanne mit erheblich grösserem Landbedarf gegeben zu haben. Römerzeitlich ist eine starke Ausdehnung der Ackerfläche mit Pollenanalysen nachgewiesen. Bis um 350 n.Chr. herrschte auf der Alpennordseite ein kleines Klimaoptimum. Eine gute Voraussetzung für ein Bevölkerungswachstum, das durch die urbane Romanisierung der Kelten stark gefördert worden sein dürfte. Wie sollten sie sich den neuen angenehmen Lebensgewohnheiten der Römer in den Civitas entziehen können? Schliesslich benötigten die Besatzer jede Menge Bauarbeiter, Knechte, Söldner (Hilfstruppen), Hausangestellte, Beamte usw.. Es gab Verdienst und Einkommen während etwa 400 Jahren. Der kooperative keltische Adel soll in die römische soziale und hierarchische Verwaltung mit Anreizsystem integriert und als Bürger anerkannt gewesen sein. 
Ein Vergleich der damaligen imperialen Romanisierung mit der heutigen Amerikanisierung und Globalisierung der Welt ist durchaus zu sehen. Keltisches Brauchtum und Sprache (Bilinque) blieb im Mittelland hingegen erhalten. Gemäss archäologischen Befunden sollen die Einheimischen anteilmässig um die 90 % der gesamten Einwohner  gestellt haben. Die magere Quellenlage erlaubt aber keine genauen Rückschlüsse inbezug auf eine Bevölkerungszahl während der Römerzeit (Römer und Einheimische). Gesichert ist eine Legion Besatzungsarmee für Sicherheit und Ordnung von etwa 7000 Römern, die in Windisch stationiert war. 

Römerstrassentrassee durch den Forst und ein römischer Gutshof in der Heitere
Die Römerstrasse von Aventicum (Avenches) nach Brenodurum (Bremgarten) führt als gut sichtbares breites Trassee quer durch den Forst und ist nach dem Römerabzug dem Zerfall (oder der Plünderung) überlassen und nicht weiter benützt worden. Nachgewiesen ist auch ein römischer Gutshof in der Heitere. Die Einbindung der Gegend ins Römische wird damit klar.

Nach den Römern wächst wieder ein Sekundärwald
Pollenanalysen aus Sedimenten im Lauernzersee zeigen eine starke Zunahme der Laubwaldpollen (im Mittelland) um 400 n.Chr. an. Erst um 600 n.Chr. ist wieder eine Abnahme zu beobachten. Dieser Befund passt mit dem Abgang der römischen Besatzer um 400 n.Chr. überein. Gemäss älterem Kenntnisstand soll auch die Einheimische, vormals keltische Bevölkerung mitgegangen sein. Neuere Befunde deuten jedoch eine kontinuierliche, wenn auch reduzierte, Benutzung der Städte und der landwirtschaftlichen Flächen an. Die römischen Gutshöfe sind aber dem Zerfall überlassen oder wie derjenige im Spilwald durch einen Brand zerstört worden.  Die Wiederbewaldung deutet schlüssig die tiefere Bevölkerungszahl an, bis schliesslich eine einwandernde burgundische und, oder eine alemannische Bevölkerung den Sekundärwald wieder dezimiert hat. Seither hat die Ackerfläche, so die Steinfunde im Forst es bezeugen können, die vormalige Ausdehnung in unserem Gebiet bis heute bei weitem nicht mehr erreicht. 

Primär- und Sekundärwaldgrenze im Bärechlauewald
Die rote Linie markiert die Hangkante und gleichzeitig die Ackergrenze in römischer Zeit. 
A: Primärwald
B: Sekundärwald
C: heutiges Ackerbaugebiet
​​​​​​​An 3 Stellen fand ich Steine mit Pflugkratzern (B)


Undeutbare Marchen
Schwer deutbar sind Zeichen von Acker-Feldrändern entlang von heutigen Waldparzellengrenzen im Nessleren- Brug- und Herrenholz. Die Parzellierung und Vermarchung muss entlang von ehemaligen Ackerfeldern geschehen sein. Wie ist das möglich? Hatten die Keltenfelder auch schon Marchsteine? Eine dauernde Anwesenheit von Menschen mit (Anerb-)Grundrechten auf dem Gebiet könnte die Erklärung sein.
Indizien sprechen für Keltensiedlungen auf dem Stossesbode (Grabhügelgruppe) und Herrenholz. Warum sind diese Areale vom Privatwald abgetrennt? Könnten das der Besitz einer Kelten Elite gewesen sein, der, wie auch immer, später als Jagdgebiet der Burgunderkönige Rudolf  II und III reklamiert worden ist?

Kelten Nachfahren um 475?
Neue Funde an der Gartenstrasse in Neuenegg belegen die Anwesenheit von Menschen im Früh-Mittelalter. Die Radiocarbondatierung eines bearbeiteten Eschenstückes ergab ein Alter von 1575 Jahren, also 445 n.Chr. (Siehe "Terrassenbauer an der Sense").

Altes Kirchspiel Neuenegg: ehemaliger Keltischer oder römischer Grossgrundbesitz ?
Einerseits: in der Heitere ein römischer Gutshof mir grossflächigem Ackerbau wie oben beschrieben.
Andererseits: weil Laupen einst zum Kirchspiel Neuenegg zugehörig war, könnten einige Historiker Recht haben, dass Kirchgemeinden aus Grossbesitztümern hervorgegangen sein könnten. 
Rot: einstiges Kirchspiel Neuenegg.


Hypothese:
1. Mit dem Abgang der Römer, verschwanden die romanisierten Helvetier Abkömmlinge keineswegs.
2. Neue Bistümer (Chur, Basel, Genf seit dem 4. Jh.) werden in Helvetien installiert und sicherten sich Grundbesitz, welcher
3. später an Kirchgemeinden, an Klöster und deren Abteien gegangen ist (Die Johanniterabtei von Freiburg hatte in Neuenegg (Freiburghaus)        umfangreichen Grundbesitz.
4. Im Frühmittelalter waren dauernd Anerb berechtigte Kelten Nachfahren ansässig (im späteren Kirchgemeindegebiet von Neuenegg), deren einstige Ackerfelder heutige Waldparzellen sind (im Nesslerenholz).


Der grosse (bernburgerliche) Forst (1200 ha)
Westsichtiger Forstplan ohne Privatwald von 1715 (Burgerbibliothek Bern) 
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Der Forst war in fränkischem königlichem Besitz des Hauses Köniz, während dem die Stadt Bern das Nutzungsrecht besass. Nach dem Laupenkrieg ging der Forst an Bern über. 1852 schliesslich in einem Ausscheidungsverfahren an die Burgergemeinde Bern. Die politischen Grenzen der umliegenden Gemeinden Frauenkappelen, Mühleberg, Köniz und Neuenegg verlaufen quer durch den Wald. Der Forst mit seinen rund 1200 ha bildet das grösste zusammenhängende Waldgebiet im schweizer Mittelland. Auf obigem Plan nicht dargestellt ist der angerainte umliegende kleinparzellierte Privatwald, der wohl nie Gegenstand von Besitzanspruch Berns war.
Der riesige, überalterte Holzvorrat von heute, ist der Umstellung auf fossile Brennstoffe seit etwa 150 Jahren geschuldet. Dagegen war um 1730 Holz derart  Mangelware, dass Torf als Ersatz zum Heizen genutzt worden war. Für den Neubau der Gümmenenbrüche von 1739, soll kein einziger Baumstamm aus dem Forst brauchbar gewesen sein. Zu Zeiten von (Co2 neutraler) Eisenverhüttung in Gerlafingen mit einem ausufernden Holzverbrauch, ist auch die Sense zum Flössen, auch aus dem Schwarzenburgerland genutzt worden. Selbst der nahe Schleipfengraben bei Freiburghaus ist wortwörtlich ein Zeuge davon. Der steigende Energiehunger der einsetzenden Industrialisierung setzte dem schweizer Wald derart zu, dass er gänzlich zu verschwinden drohte. Bereits hatten verheerende Ueberschwemmungen (Emmental) ein Umdenken herbeigeführt, gerade in dem Moment, als die Kohle verfügbar geworden ist (Bahntransport). Der Wald war gerettet, vorerst, ist aber heute durch das fossile Co2 (Klimaerwärmung) stark bedroht!

Ausschnitt vom Forst-Zehnden-Plan des Haus Köniz von 1735 (ist eine Kopie eines älteren Plans, Staatsarchiv Bern)
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Oben rechts ist die Süri-Matzenriedstrasse verzeichnet. Von Mühleberg herkommend nach Westen als rote March des Forstzehnten der Süristrasse entlang bis zum Rossgraben. Dem Rossgrabenbächlein südwärts folgend bis zum Talbach und diesem nach unten bis zum Chalofenbächlein ganz links. Dann den Chalofengraben hinauf bis zur Dählenweid. Etwas weiter östlich trifft die March auf die alte Laupen Bern Strasse, folgt dieser bis zum Forsteingang bei Punkt 27 um dann südwärts gegen den Willeringgraben zu verschwinden.
Entlang der roten Linie sind Felder mit einer Zinspflicht bezeichnet, wie sie von Alters her dem Haus Köniz geschuldet war. Diese Plan impliziert aber auch die Idee einer früheren Forstgrenze, wie sie noch 1339 gewesen sein könnte. Demnach wäre bei der Schlacht bei Laupen der Angriff der Berner Koalition unmittelbar bei der Dählenweid erfolgt. Eine Hypothese, die von den Erzählungen gestützt wird, der Angriff sei aus dem Forst heraus den Abhang hinab erfolgt. Die genaue Position der Schlachthandlungen konnte bislang nicht eruiert werden, konzentriert sich aber um die Oertlichkeit des Käppeli bei der ehemaligen Bramberg Käserei (erinnert an eine Schlachtkapelle, die im Zuge der Reformation abgebrochen worden ist).
Weiters sind südlich der Laupen-Bern Strasse, von der Hohliebi bis zum Forsteingang, die Nessleren Bauern Zinspflichtig, nördlich steht Bramberg, also die Brambergallmend.
Die Brambergallmend 
Die Brambergallmend war ein siedelfreies Areal von 180 bis 200 Jucharten mit, von alters her, gesetzlichen Nutzungsrechten für die Hofbauern und Tauner von Wyden und der Nesseren. Eine vom einstigen Wald abgerungene Weidefläche, dessen Südgrenze entlang der alten Laupen-Bern Strasse, vom Berner Forstwald bis zum neuen Schulhaus und weiter bis zur Dählenweid verlief. Entgegen den Gewohnheiten und zum Aerger der Hofbauern, die ihre Winterweide geschmälert sahen, begannen die Tauner zunehmend kleine Aecker einzuschlagen und zu umzäunen. Dies führte zu Klagen, die die Berner Regierung 1752 zu Schlichten suchte. Demnach sollte die Allmend fortan wie Brandfeldbau gemeinschaftlich organisiert bewirtschaftet werden. Beginnend mit dem obersten und östlichsten ersten Drittel mit Abholzen und Ausdornen, sei das Feld als Acker für alle nach Anteilen urbar zu machen. Im 30 jährigen Turnus dann das zweite Drittel, während das erste nach dem Acker als Weideland genutzt werden sollte wie zuvor der Acker für alle. Nach sechzig Jahren als Acker und Weide, sollte dann das erste Drittel während 30 Jahren mit dem Bann belegt werden und ganz ungenutz bleiben.

Diese veraltete Regelung war offenbar für die Nutzer unbefriedigend und schon 1772 wieder aufgehoben  worden.  Auf Drängen der Tauner von Wyden und Nessleren, die dringenst aus der Abhängigkeit der Hofbauern auszubrechen suchten und aus Gründen der allgemeinen demografischen Entwicklung, gestattete die Berner Regierung die Besetzung und Besiedelung der unteren 2 Drittel der Brambergallmend. Als Auflage musste der abgeholzte östlichste Drittel wieder aufgeforstet werden. Dieser östlichste Drittel (20ha), ist nördlich der alten Bernstrasse, bei der Süristrasse beginnend (gelb, hellgrün und grün), bis zum Forst der Bernburger zu finden. Die gleichförmige kleine Parzellenstruktur deutet die gleichzeitige Zuteilung der Areale an die Besitzer an. Von der Süristrasse bis zum Schlachtdenkmal ist heute wieder Ackerland (gelb und hellgrün), der Rest (grün) ist heute das Brambergholz. Die hellgrüne Fläche war auf der Siegfriedkarte von 1879 noch bewaldet.

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Die lang gezogene rote Linie trennt und markiert den burgerlichen Forst vom Privatwald ab, dessen Kleinparzellen den vergangenen Erbteilungen geschuldet sind. Bleibt noch die Frage, wie die burgertliche Enklave des Herrenholz entstanden sein könnte. Sollte die Anwesenheit von Kelten auf diesem Hügel eine Erklärung dafür sein? Eine kreisrunde Vertiefung wie oben beschrieben, ist auf dem Areal vorhanden. 

Noch ein Deutungsversuch des Ortsnamen Bramberg: von Brandberg (Brandfeldbau) - oder von - Brambeeren (Brombeeren) beides könnte stimmen.

Die auf der Home Seite beschriebene Wasserfassung für Freiburghaus befindet sich zwischen Herrenholz und Nesslerenholz und diente auch zur Entwässerung der Riedere. 1502 war ein Nessleren Bauer hier Zinspflichtig: "stosst bisenhalb an Friburghusacher und windhalb an Laupen-Bern Strass". Hanns Friburghaus von Friburghaus mit seiner Schenke nutzte nicht nur das Wasser, er bearbeitete dort auch Land.